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Trachten waren einst die Arbeitskleidung

September 14th, 2008 · No Comments

Betrachtet man heute die Trachten, denen zahlreiche Vereine huldigen, so sieht man hier fesch und schick geschnittene Kleider und Dirndl, Lederhosen, die an das Urbayern erinnern sollen. Doch blickt man ein wenig in die Geschichte zurück, so wird eines deutlich: Die Trachten waren keinesfalls die Kleidung für festliche Anlässe, sondern dienten ursprünglich dem einfachen Volk als Arbeitskleidung. Bauern und Waldarbeiter nutzten Trachten, um sich vor Wind und Wetter, sowie vor Ungeziefer zu schützen.

Die wirklich ursprünglichen Trachten waren dabei auch keinesfalls so schön geschnitten, wie dies heute der Fall ist. Es wurde rein auf den Zweck, auf die Funktionalität geachtet, sodass hier doch einige recht unförmige Trachten entstanden, deren einziges Ziel es war, ein Leben lang zu halten und demzufolge wurden diese auch robust gearbeitet.

Ihre heutige Beliebtheit verdanken die Trachten aber einem mutigen Mann, der im Jahre 1883 die Tracht bzw. die kurze Lederhose salonfähig machte. Joseph Vogl wollte einen Verein gründen, um die ursprünglichen Trachten, die damals wie gesagt, als Kleidung für Bauern galten, zu bewahren. Dabei sann er mit einigen Brüdern vom Stammtisch den Plan aus, diesen in der nächsten Woche mit einer eigens angefertigten kurzen Lederhose zu besuchen. Bis dato waren die Lederhosen immer recht lang geschnitten gewesen, sodass Vogl und seine Freunde schnell in Verruf gerieten. Die Bauern waren beleidigt, die Stadtmenschen rümpften die Nase, die Kirche schickte sich sogar an, die Trachten zu verbieten.

Dennoch konnte sich gerade diese Tradition bis heute durchsetzen und ist nach wie vor beliebter denn je. Dies liegt auch daran, dass man schnell Gefallen an den Trachten fand, wobei man diese allerdings gründlich veränderte. So wurden sie mehr und mehr verziert und entsprachen immer weniger der rauen Arbeitskleidung.